Bist du schon outside?



STEREOTYP
Substantiv / Neutrum (das)

vereinfachendes, verallgemeinerndes, stereotypes Urteil, (ungerechtfertigtes) Vorurteil über sich oder andere oder eine Sache, festes klischeehaftes Bild
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Vorurteile, Schubladen, Stereotype.

Häufig Grund für Stimmung oder gar Streit.

Gerade in Zeiten von Social Media sorgt Schubladendenken immer häufiger und vor allem heftiger für öffentliche Diskussionen und Auseinandersetzungen. 
Sei es in sozialpolitischen Fragen oder wenn es um unser Selbstbild geht.
Dünn, dick, rechts, links, top, flop.
Ein Urteil ist oft schnell gefällt, weil.....is eben so.

Man denkt in bekannten Mustern und geradeaus statt um die Ecke.
Ist eben leichter.
Führt aber eben auch häufig zu Sackgassen in der Diskussion und in der Lösung von Problemen.

Andersdenken, Andersartigkeit hat für die Mehrheit häufig etwas Radikales und somit nicht Alltagstaugliches, Exotisches, Bedrohliches.

Im gesellschaftlichen Leben ist "Outside the box" häufig nicht schick.
Im Business aber sogar manchmal explizit erwünscht.

Ist aber gar nicht so leicht, mal eben die gewohnte Box zu verlassen, zumal das, was wir kennen, uns Vertrautheit und somit Sicherheit suggeriert.

Aber woher kommt das?

Das Denken und Agieren in gewohnten Rastern hat einen evolutionären Ursprung.

Das menschliche Gehirn ist so ausgerichtet, dass wir auf möglichst effiziente Weise leben bzw. überleben. 

Reiz - Reaktion - Zack!

Stereotype erleichtern uns das. 
Wir sehen und entscheiden spontan, beispielsweise aufgrund Äußerlichkeiten.

Der Typ im Anzug ist seriöser als der mit den vielen Piercings, die attraktive Frau sympathischer als die andere, der Dünne ist beweglicher als der Korpulente usw.

Diese Art des oberflächlichen, generalisierten Denkens, des Kategorisierens und Urteilens macht es uns leichter, wenn es eben um das bloße Überleben geht. 
Und es signalisiert uns ein Gefühl der Zugehörigkeit.

Aber es schränkt uns auch ein. 
Unsere Fähigkeit, kreativ an Dinge heranzugehen, das Denken „Outside the box“, wird gehemmt, denn "Anderssein", nicht Mainstream, stößt eben zuweilen auf Blicke, Stirnrunzeln, Abneigung und Widerstand.

Dabei liegt die Lösung, die Wahrheit oft gerade da. 
Links und rechts, im farbigen statt schwarzweißen Bereich, außerhalb unserer gewohnten, ausgetretenen Pfade.
Und Individualität ist ja eigentlich auch das, was die meisten von uns anstreben.
Wer will schon gerne Massenware sein?
Nur zu sehr darf es eben nicht außerhalb der "Norm" sein.

„Genies“ sagt man übrigens häufig ein andersartiges Verhalten und Schrullen nach. 
Und eine andere Art zu denken. 
Quer eben.

Das Anderssein, gegen den Mainstream, in eine andere Richtung denkend und handelnd mag für die Mehrheit oft befremdlich wirken. Jedoch ist es für den Einzelnen, für ein bestimmtes Problem oder eine konkrete Fragestellung nicht selten genau der einzig richtige Weg, um sich wohl zu fühlen, zum Ziel zu kommen, die ultimative Lösung.

Wir neigen häufig dazu, bei der Problemlösung vertikal zu denken. 
Das bedeutet, dass wir selektiv analytisch in eine Richtung denken, uns bekannter Informationen bedienen und vermeintlich Belangloses ausschließen.
Vertikales Denken wird deshalb auch logisches, konvergentes Denken genannt.

Beim lateralen, divergenten Denken hingegen denkt man in alle Richtungen.
Vertikal steht für analytisch, vernünftig, wenn man so will.
Lateral für provokativ.

Frank Zappa, wohl einer der bekanntesten unkonventionellen und intelligenten Provokateure, soll gesagt haben: "Ohne Abweichung von der Norm ist Fortschritt nicht möglich."

Ich denke, er hatte recht.

Schon heute, aber besonders in der Welt von morgen gewinnen Fähigkeiten wie Flexibilität und Kreativität mehr und mehr an Bedeutung. 

Sie erweitern unsere Möglichkeiten, erleichtern das Lernen und machen uns selbstsicherer, „fitter“ - in der Schule, im Job, im Leben.

Ich bin sicher, je mehr Technik unser Leben kontrolliert und beherrscht und uns das Denken abnimmt, desto mehr sollten wir flexibel auf veränderte Bedingungen reagieren können und unsere Kreativität und Problemlösefähigkeit trainieren statt immer phlegmatischer und ferngesteuert durchs Leben zu gehen.

Digitalisierung in Schulen ist zeitgemäß, aber dem muss in meinen Augen ein starkes Gegengewicht gesetzt werden, das unsere Kinder eben jene Kreativität und Flexibilität vermittelt, die sie in der Welt von morgen brauchen werden.

Und Kreativität kann man lernen!

Allein kleine Abweichungen von unseren Gewohnheiten erzeugen bereits eine Veränderung im Gehirn, eine andere Nutzung, eine andere Auslastung, ein anderes Gleichgewicht.
Routine macht schlapp, Neues fordert uns.
Das gilt auch und insbesondere für unseren Denkapparat, der so einzigartig und phantastisch ist, von dem wir jedoch häufig nur einen Bruchteil dessen, was er vermag, nutzen.

Wir rennen in die Muckibude, um unsere Muskeln zu stählen, aber unseren wichtigsten Muskel, unser Gehirn, nun ja....

Körper & Geist fit zu halten, ist ideal.
Und es ist ein top Rüstzeug für unsere schnelle, digitale Zeit und alles, was da noch kommen mag.

Für mehr Kreativität und Flexibilität:

  • Einfach mal mit der anderen Hand schreiben oder die Zähne putzen.
  • Einfach mal mit fremden Menschen reden.
  • Einfach mal echt komische Grimassen beim Zähneputzen schneiden.
  • Einfach mal auf die Meinung anderer pfeifen und die bunte Klamotte anziehen, die nur uns gefällt.
  • Einfach mal einen kleinen Comic zeichnen.
  • Einfach mal laut singen, während man im Fahrstuhl steht.
  • Einfach mal schräge Erfindungen, die uns den Alltag erleichtern würden, brainstormen.
  • Einfach mal abwechselnd auf dem linken und rechten Bein hüpfen.

All das hört sich ein bisschen an wie ein Tag aus dem Leben von Pipi Langstrumpf, aber es sind erwiesenermaßen Übungen, die unser Gehirn dazu bringen, im wahrsten Sinne des Wortes "in die andere Richtung" zu denken als wir es eben normalerweise tun.
Es steigert unsere geistige Leistungsfähigkeit und Kreativität.
Unseren Horizont.

Und das ist wichtig.

Nicht nur für uns, sondern für die Umwelt und das Miteinander.

Einfach mal ausprobieren!

Den Querdenkern gehört die Zukunft.

Sei mehr Pippi und weniger Anika.

Aber ich möchte nicht falsch interpretiert werden.

Natürlich ist die Welt bunt und vielfältig und genauso sind auch die Menschen, die in ihr leben.
Eine Gesellschaft, ein Unternehmen, ein Team besteht immer aus verschiedenen Mitgliedern, Charakteren und Typen.

Natürlich kann es nicht nur ausgeflippte Querdenker und Exoten geben.

Das ist nicht gemeint.

Dieser Post soll auch niemanden abwerten oder Menschen vermitteln, sie müssten sich verbiegen, um zukunftskompatibel zu sein, sondern vielmehr ermutigen, mal einen Schritt zur Seite zu wagen, die Perspektive zu wechseln.

Und es ist ein Appell an unser Schul- und Bildungswesen.

Schon winzig kleine Abweichungen können Großes bewirken.

Und in jedem von uns schlummert so viel mehr als wir ahnen.

Und wenn es uns outside zu ungemütlich wird, können wir ja immer noch zurück - in unsere Box.

Deal?








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