DONE IS BETTER THAN PERFECT (und warum ich dafür bin)





Unsere Arbeitswelt verändert sich gerade stark, Innovations- und Produktzyklen werden immer kürzer, was dazu führt, dass Unternehmen immer flexibler sein und sich weiter entwickeln müssen, um bestehen zu können.

Digitalisierung und Globalisierung eröffnen neue Möglichkeiten des Miteinanders, und jüngere Generationen setzen andere Prioritäten bei der Gestaltung ihres Arbeitsalltags.


Agiles Arbeiten ist in aller Munde.

Als ich vor vielen Jahren noch als Angestellte in Unternehmen arbeitete, war mein Empfinden oft, dass die klassischen Top Down-Strukturen, also eine Hierarchie á la Chef oben, Mitarbeiter unten, und die Emotionen, Empfindsamkeiten und Animositäten, die dadurch entstehen, die Motivation häufig in der Weise beeinflusst, dass Kreativität und Leistungsbereitschaft leiden, zumal, wenn es dann auch noch an Wertschätzung und Anerkennung mangelt.

Ich habe Arbeit häufig als etwas kennen gelernt, für das ich alles geben musste, aber nicht ansatzweise dasselbe zurückbekam, und damit meinte ich nicht zwingend das Gehalt. 

Ein Gefühl von Verantwortung für meine Arbeit hatte ich - auch in der Schule - eigentlich immer nur dann, wenn ich unter Druck auf einen Termin hinarbeiten musste, also alles davon abhing, dass ich etwas zu einem bestimmten Zeitpunkt gelernt oder fertig gestellt hatte, damit andere das Ergebnis dann benoten, weiterverarbeiten, präsentieren konnten. Man war sich der eigenen Verantwortung dann zwar für einen Moment bewusst, aber es war eigentlich kein gutes Gefühl und ebbte auch direkt ab, nachdem die Arbeit abgeliefert war. Ebenso verhielt es sich mit dem Lernerfolg. 

In der klassischen Unternehmens-Hierarchie ist der Vorgesetzte* der Boss, macht Vorgaben, und die Angestellten müssen sich danach richten. Sie sind für die Erledigung der Arbeit verantwortlich, haben aber kaum echte Verantwortung. Und vor allem haben sie kein eigenes Ziel, etwas Großes, Ganzes, auf das sie hinarbeiten können (außer vielleicht die eigene Rente), und ein Ziel zu haben, das wissen wir, ist in so vielen Lebensbereichen hilfreich, wichtig und ein echter Antreiber. Ebenso, wie die Verantwortung für Entscheidungen zu übernehmen.

Bei der klassischen Top Down Strategie werden die Projektziele von der Chefetage festgelegt. Das Top-Management bestimmt über alle Faktoren und gibt diese von oben nach unten weiter. Die Mitarbeiter haben kein Mitspracherecht, Kreativität ist wenig gefragt. Dies führt häufig zu mangelnder Motivation der Mitarbeiter, was sich wiederum auf die Innovationsfähigkeit des Unternehmens auswirkt.
Ich denke, den meisten von uns ist genau diese Art des Arbeitens bekannt, und bereits in der Kindheit, in der Mehrheit der Schulen, läuft es leider noch heute ebenso ab wie zu meiner Schulzeit. Unterricht nach Plan mit extrem wenig bis gar keinem Spielraum für das eigene Entdecken, die Kreativität und eigene Ideen und Wünsche.
Schülern wird zumeist wenig Eigenverantwortung und Initiative zugetraut, aber viel Verantwortung übertragen, wenn sie scheitern. Schlechte Noten sind das Zeugnis des eigenen „Versagens“, nicht etwas des Lernumfeldes und der Lernbedingungen.
Leistung wird hier wie im Produktionsbetrieb bewertet.
Leistungskontrollen, Qualitätskontrollen. 
Aus Kindern, die es gewohnt sind, Arbeitsanweisungen zu empfangen und nur auf vorgegebene Lernziele hin zu arbeiten, die wenig Kreativität und Eigeninitiative an den Tag legen müssen und negative Konsequenzen erfahren, wenn ihre Arbeitsergebnisse außerhalb der Erwartung liegen, werden häufig Erwachsene, die ihre Arbeitstage vor allem als reine Befehlsempfänger verbringen und sich nicht vorstellen, erst recht nicht (zu-)trauen können, aus eigenem Antrieb Dinge in Bewegung zu setzen und ein wichtiges Teil des großen Ganzen zu sein.
Das gesamte System ist heute noch überwiegend genau so ausgerichtet.
Einer hat das Sagen, die anderen führen aus.
Tanzt einer aus der Reihe, passt sich nicht an. ist er ein Querulant.
Das gilt für die Schule, für Firmen, für die Politik und teilweise sogar in einigen Familien.
Es gibt sehr viele Menschen, denen es enorme Schwierigkeiten bereitet, vor anderen zu sprechen oder im Ausland die Landessprache anzuwenden, selbst wenn sie bereits über Sprachkompetenz verfügen. Das ist nicht nur eine Frage des Charakters, sondern auch eine Folge des Systems, in dem Scheitern und etwas Falsches zu sagen, vor allem negativ behaftet ist. 
Macht man viele Fehler, erhält man schlechte Noten, erhält man vielsagende Blicke vom Lehrer*, erhält man womöglich zu Hause Ärger, gilt man irgendwie als dumm.
Dabei ist das „Scheitern“ so wichtig!
Kleine Kinder, die Laufen lernen, fallen zunächst etliche Male hin, bevor sie einen sicheren Stand haben und sich auf ihren Beinchen halten und fortbewegen können. Bis dahin werden ihre Bemühungen zumeist mit Begeisterung beobachtet und mit Lob und Applaus bedacht. Wohl niemand würde auf die Idee kommen, ein Kleinkind zu schelten, weil es nicht sofort aus der Rückenlage in den aufrechten Gang kommt. Wäre ihm jedoch die Möglichkeit des Scheiterns genommen oder würden sie jedes Mal beschimpft und bestraft werden, wenn sie hinfallen, würden sie womöglich niemals lernen, wie man läuft. So hingegen tragen sie die Konsequenzen ihres Handelns selbst. Fallen sie hin, tut es vielleicht weh, aber sie lernen daraus und machen es beim nächsten oder übernächsten Mal anders. Und das Wissen, das sie ansammeln, wird gefiltert und gespeichert.
Kleinen Kindern traut man ohne jeden Zweifel zu, dass sie es eines Tages schaffen werden, zu laufen und rennen, egal wie oft sie vorher hingefallen oder wie lange sie sich damit Zeit lassen und krabbeln. 
In der Schule ist es damit vorbei.
Alle Kinder gleichen Jahrgangs werden in die gleiche Klasse gestuft und müssen exakt denselben Lehrstoff in exakt derselben Zeit lernen und halbwegs beherrschen.
Gelingt ihnen das nicht, erfahren sie Konsequenzen.

Ich habe mich schon immer gefragt, wer sich ein solches System ausgedacht hat, denn alle Kinder sind doch höchst unterschiedlich, haben unterschiedliche Talente und Neigungen, können ganz unterschiedliche Dinge und lernen auch unterschiedlich.

Aber sie werden auf eine bestimmte Weise quasi zwanghaft gleich gemacht, in eine Schablone gepresst.
Und wer durchhält und alles in der vorgesehenen Zeit schafft und glänzt, wird belohnt.
Zeugnisse sind alles hierzulande. Noch immer.

Dabei kann ein eher unterdurchschnittlicher Schüler* über sensationelle Sozialkompetenz verfügen, ein „Mathe-Versager*“ kann ein beachtliches Gedächtnis haben, ein unruhiger Zappelphilip* kann womöglich auffallend gut zeichnen, und der Schüler*, der vermeintlich so gar nichts richtig zu können scheint, baut vielleicht zu Hause gerade an einer bahnbrechenden Erfindung.
Sie alle werden aber womöglich aufgrund des eindimensionalen Beschulungs-Systems nie eine Chance bekommen, weil ihre Talente nicht auffallen, weil es niemand bemerkt, weil es eigentlich auch niemanden so recht interessiert, weil sie nie die Möglichkeit erhalten haben, sie selbst zu sein, mit all ihren Stärken und Schwächen. Wie sie nie genügend Raum hatten, um sich einzubringen und zu zeigen, was in ihnen steckt, denn Schule ist überwiegend definitiv kein Raum für Selbstentfaltung und Individualität.
Und für das Lernen, welches das Scheitern eigentlich zwingend beinhaltet, ist auch keine Zeit. Kaum ein Schüler* darf in Ruhe fallen, wieder aufstehen, noch einmal fallen, die Technik aus eigener Kraft verbessern, neue Ideen einbringen, um dann schlussendlich ein Erfolgserlebnis zu haben, nämlich aus eigener Kraft zu laufen.
Vielmehr müssen auch die schlechten Schwimmer in derselben Zeit ans Ufer kommen wie die Leistungsschwimmer, und wenn nicht, ersaufen sie. Man hat keine andere Chance. Man schwimmt einfach mit. 
Und nach der Schule schwimmt man in einem anderen Becken weiter.

Sehr häufig haben Menschen noch nie in ihrem Leben gewohntes Gewässer jemals verlassen und etwas gewagt, denn das hat man schlicht nie gelernt, und es war auch nicht gewollt. 
Und so wird man träge.
So wie das System.
Und wenn man träge ist, kann man auf Veränderungen nicht oder nur sehr langsam und unter sehr großer Anstrengung reagieren und sich anpassen.
Die Zeiten verändern sich aber nun einmal, während viele Menschen und Systeme aber noch immer nach denselben alten Strukturen und Ideen handeln, arbeiten und lehren.
Man muss kein Wissenschaftler sein, um zu ahnen, dass hier ein Problem liegt.

Beim Agilen Arbeiten stehen Vertrauen, Transparenz und Selbstorganisation im Vordergrund.  
Agil.
Das meint beweglich, wendig.
Agile Organisationen, agiles Arbeiten bedeutet gleichzeitig Flexibilität als Voraussetzung, als auch als Ergebnis. Menschen in agilen Teams arbeiten in Netzwerkstrukturen statt linear und hierarchisch. Mitarbeiter in agilen Unternehmen haben mehr Verantwortung, aber auch mehr Freiräume. Jeder bringt sich ein. Entfaltung wird möglich. In agilen Unternehmen wird die Verantwortung vom Management auf Teams umverteilt, und das Management hat keine anleitende, kontrollierende Rolle mehr, wie die meisten es kennen, sondern vor allem eine unterstützende, ermunternde und anleitende Funktion.
Die klassische Hierarchie-Pyramide wird gewissermaßen auf den Kopf gestellt, und unten befindet sich das starke, stützende Fundament, auf welchem die Mitarbeiter erfolgreich arbeiten können. Arbeitsfortschritte überwacht das Team selbst. verteilt Aufgaben, verbessert sich fortlaufend und verfolgt gemeinsam transparente Ziele, das es mitunter selbst formuliert hat.
Wie kann man sich das vorstellen? Jeder macht, was er will?
In gewisser Weise trifft das zu, aber dieses „Wollen“ folgt dennoch unternehmerischen Zielen. Nur übernimmt man selbst die Verantwortung für sein Handeln, für seine Ideen und die Konsequenzen.
Beim agilen Arbeiten gibt es unterschiedlich stark ausgeprägte Formen. Die Reinkultur des agilen Arbeitens verzichtet gänzlich auf Hierarchien und Chefs, denn gearbeitet wird in Units / Teams, in denen jeder gleichermaßen Verantwortung trägt, für sich, seine Arbeit und die der Kollegen. Die Zielsetzungen erfolgen gemeinsam, die Termine setzt man selbst. In vielen agilen Unternehmen sind Überstunden ein absolutes No Go. Work Life Balance ist wichtig. Gesundheit der Mitarbeiter spielt eine große Rolle. Jeder steht für sich und das große Ganze ein und gerade. 
Auch Personalentscheidungen werden selbst im Team getroffen, kein Chef setzt einen einfach einen neuen Mitarbeiter vor die Nase. Allerdings nimmt einem gegebenenfalls auch kein Chef die Kündigung eines Mitarbeiters ab.
Durch das Mehr an Verantwortung, entsteht natürlich auch Druck. Jedoch ist dieser Druck eher vergleichbar mit dem Druck vor einem Sportwettkampf, den man sich selbst ausgesucht hat. Man trainiert, merzt Fehler aus, sucht nach Alternativen und bringt sich uns das Team selbst voran bis man dem Ziel möglichst nahe ist oder es erreicht hat. Man steht im Austausch. Jeder hat eine wichtige Aufgabe, ist ein Teil des Prozesses.  Eigenverantwortung und Selbstorganisation vermitteln Wertschätzung, ein Wir-Gefühl. Die Motivation und Kreativität wird dadurch gestärkt, die Sinnhaftigkeit einer Tätigkeit gegenwärtiger, spürbarer. 
Natürlich ist diese sehr autonome Form des Arbeitens gewöhnungsbedürftig und passt vielleicht nicht zu jedem. Das ist auch OK.
Aber eine der häufigsten Erfahrungen, die ich in der Arbeit mit Kindern und Arbeitnehmern gemacht habe, ist die, dass man sich sehr häufig nicht ernst genommen, nicht wertgeschätzt fühlt, dass man sich fremdbestimmt und entmündigt, gar unterdrückt fühlt und dass dadurch die Motivation und somit die Freude an der Aufgabe massiv abnimmt. Man bekommt Anweisungen und Entscheidungen nur über den Kopf hinweg mitgeteilt, hat wenig bis gar kein Mitspracherecht, aber im Falle des Scheiterns liegt die Verantwortung bei einem selbst.

So entsteht Frust.
Frust macht krank.
Die Ergebnisse werden schlechter.
Man bekommt Ärger.
Die Motivation sinkt noch mehr.
Man strengt sich mehr an.
Man ist ausgelaugt.
Man wird noch kranker.
Die Leistung nimmt noch mehr ab.
Man versagt.
Dieser Teufelskreis kann durch eine Öffnung der vorherrschenden starren Systeme und Strukturen in Schulen und Unternehmen hin zu agilem Arbeiten durchbrochen werden.

Eigenverantwortung mag auf den ersten Blick Angst hervorrufen, aber sie weckt vor allem die Motivation und Kreativität. Kreativität und die eigenen Quellen an Ideen und schöpferischem Talent, sind so wertvoll. Sie lassen uns lebendig fühlen, bringen Neues hervor. Stärken unsere Kompetenz. Auch das Scheitern hilft uns beim Wachsen.
Wie stolz sind wir, wenn wir etwas sehr Kompliziertes gelernt haben? Wenn wir es aus einer Krise geschafft haben? Wenn wir eine knifflige Aufgabe gelöst haben?
Selbstwirksamkeit bedeutet den Glauben an sich selbst. An sich und seine eigenen Fähigkeiten. Untersuchungen zeigen, dass Menschen mit einem starken Glauben an die eigene Kompetenz eine höhere Ausdauer bei der Bewältigung von Aufgaben haben und gleichzeitig weniger anfällig sind für Angststörungen und Depressionen. Sie weisen außerdem mehr Erfolge in Ausbildung und Beruf auf.
Selbstwirksamkeit, Kreativität, Flexibilität, all das gewinnt überdies ungleich mehr an Bedeutung, wenn wir uns einmal vergegenwärtigen, wie sehr die Welt um uns herum sich allein in den letzten 20 Jahren verändert hat. Wenn ich mir überlege, welchen historischen Ereignissen, Katastrophen, Umwälzungen, Krisen und vor allem technischen Entwicklungen ich seit meiner Geburt beiwohnen durfte, wird mir ganz schwindelig.
Warum also, so frage ich mich, wird ausgerechnet die Selbstwirksamkeit, die Kreativität und die Flexibilität aufgrund der nach wie vor vorherrschenden hierarchischen und antiquierten Strukturen dermaßen in den Hintergrund gestellt? 
Warum lernen unsere Schüler noch heute fast nach demselben Prinzip und ähnliche Inhalte wie meine Generation?
Warum ist die Individualität – als Teil eines Ganzen – noch immer so schwer mit unserem System zu vereinbaren? Warum traut man Schülern* und Mitarbeitern* noch immer so wenig zu und holt sie bei Veränderungen, Umwälzungen, Krisen und Entscheidungen nicht mit ins Boot? 
Wer sonst sollte ein größeres Interesse am Erfolg haben als Vorstände, Aktionäre, Manager*, Lehrer *und Schulleiter *als Mitarbeiter* und Schüler*? Wer sonst ist vom Misserfolg und Scheitern in der Regel am meisten betroffen?
Es sind jedenfalls nicht die Vorstände, Aktionäre, Manager*, Lehrer* und Schulleiter*.
Scheitert ein Schüler, erhält er die schlechte Note, das schlechte Zeugnis.
Scheitert ein Unternehmen, verlieren häufig die Mitarbeiter ihre Jobs, selten die Manager, und wenn, dann mit beachtlicher Abfindung.
Alles dreht sich um Gewinn, Erfolg und Perfektion. Daran arbeiten tun viele, davon profitieren zumeist wenige. Alles folgt noch denselben Gesetzen wie vor hundert Jahren, obwohl von der Welt von damals fast nichts mehr übrig ist.
Ist das wirklich noch die richtige Formel?
Ich denke, nein.
Ursprünglich entstammt die Idee des agilen Arbeitens dem IT-Bereich. Softwareentwickler waren auf der Suche nach Ansätzen, die ihnen bei großen Projekten ein schnelleres Reagieren auf notwendige Veränderungen ermöglichten.

Kanban und Scrum sind beispielsweise agile Methoden.
Immer mehr kommt der agile Ansatz auch in nicht im IT-Sektor angesiedelten Unternehmen an.
Nicht immer geht es um klar definierte Ziele, denn das ist manchmal schlicht nicht möglich Vielmehr spielt der Prozess, das Experiment mitunter eine übergeordnete Rolle, denn so wird Raum für Kreativität und das Innovationspotenzial der am Prozess beteiligten geschaffen, was nicht selten zu völlig neuen Ansätzen und Lösungen führt.
Man nähert sich einem Ziel oder einer Fragestellung Schritt für Schritt und geht offen mit Fehlern um, denn aus Fehlern lernt man, und statt Bestrafungen gibt es Raum für Verbesserungen und Ideen. Man kommuniziert miteinander. Ein häufiger, aber kurzer Austausch miteinander ist effizienter als lange Gesprächsrunden, und: man kommuniziert im Stehen, denn die Aufmerksamkeit ist dann größer, und man kommt schneller auf´s Wesentliche zu sprechen. Gewohnheiten sind tabu.
Man kann von Facebook und Co. sicher denken was man will, aber Mark Zuckerberg gilt zweifelsohne als einer der erfolgreichsten Unternehmer unserer Zeit. 
Von ihm stammen so plakative Formeln wie
„Sei schnell und breche Regeln.“
„Fokussiere dich auf das Lösen des relevantesten Problems.“
Und eben auch:
„Getan ist besser als (unendliches) Perfektionieren.“DONE IS BETTER THAN PERFECT!
Ich empfinde viele Entwicklungen unserer Zeit als kritisch, ungesund, ja sogar schädlich.
aber zurück drehen lässt sich die Zeit nun einmal nicht.
Es gilt, Strategien zu entwickeln und das Beste aus der alten und der neuen Zeit zu vereinen, um uns und unsere Kinder fit für die Welt von morgen zu machen.
Selbstwirksamkeit, Flexibilität und Kreativität im Sinne des agilen Arbeitens, welches das Scheitern würdigt und das Tun vor die Perfektion stellt, erachte ich als etwas, das nachahmenswert ist und sowohl dem eigenen, als auch dem Wachstum einer Gesellschaft oder eines Unternehmens dienen kann. 
Mir ist bewusst, dass es auch in agilen Unternehmen strikt um Effizienz und Gewinn geht, aber Mitarbeiter in agilen Strukturen sind nachweislich zufriedener, gesünder, und die Loyalität zu Unternehmen ist größer.
Schüler, denen Vertrauen, Verantwortung, Kreativität, Freiraum und ein Recht auf Scheitern zugestanden wird, entwickeln eine höhere Motivation als diejenigen, die nur frontal und nach Plan unterrichtet werden.
Die größte Hürde bei der Umsetzung neuer Ideen ist in der Regel der Mensch selbst.
In agilen Strukturen könnte sich der eine oder andere in Anbetracht der Eigenverantwortung und der vermeintlich fehlenden Leitung verloren und überfordert fühlen, und manch einer könnte bei soviel neuen Freiräumen über´s Ziel hinausschießen.
Es ist wie der Lottogewinn.
Hat man ihn erst einmal in Händen, gerät der eine in Schockstarre, und alles bleibt wie es ist, während ein anderer in kürzester Zeit sein gesamtes Vermögen verprasst. Hier gilt es, eine Balance herzustellen.
Mitarbeiter der höheren Hierarchien könnten befürchten, Macht und Ansehen zu verlieren, wenn ihr Status sich vom anweisenden Chef zum unterstützenden Begleiter wandelt, und nicht jeder ist zum Coach geeignet und bereit. Vielen wird es schwerfallen, nicht mehr hinter verschlossenen Türen über die Geschicke des Unternehmens und des Personals zu entscheiden. Und auch hier ist es wichtig, neue Rollen mit Inhalt zu füllen und (be-)greifbar zu machen.
In den Schulen dürfte meines Erachtens die Veränderung am schwersten fallen. Hier sind verschiedene „Parteien“ beteiligt, die Schüler, die Eltern, das Personal, die Schulleitungen, die Länder, der Bund. Der Lack ist schon lange ab, aber eine dicke Kruste der Gewohnheit hat sich gebildet.
Aber auch hier kann es mit professioneller Begleitung, viel Aufklärungsarbeit und Gesprächen gelingen, Verständnis zu erzeugen und zu verdeutlichen, welchen Gewinn man aus einer Veränderung ziehen kann. Alle Beteiligten.
Solch große Umstrukturierungen bestehender Systeme passieren natürlich nicht über Nacht, und es bedarf einer kontinuierlichen professionellen Begleitung. Nur schrittweise kann ein Wandel sich vollziehen, so dass jeder Beteiligte Zeit und Raum hat, sich mit dem Neuen vertraut zu machen, seinen Platz in der neuen Struktur zu suchen und sich dort einzurichten.
Alle gehören mit ins Boot. Aufklärungsarbeit ist nötig. Ein offenes Ohr für Fragen, Sorgen und Nöte ist ebenso wichtig wie Ideen.
Hier fängt die Agilität an. 
Gewohnheiten sind gefährlich. Sie vermitteln einerseits Vertrautheit und Sicherheit, geben Dingen einen geschützten Rahmen, aus dem man nicht einfach so herausfallen kann, aber Gewohnheiten lähmen auch und machen blind, taub und träge, schränken ein.
Die Zukunft wartet nicht, und es braucht Mut, Engagement und den festen Willen, sich ihr zu stellen. Veränderungen brauchen Zeit. Aber wer nicht losmarschiert, wird auch nie ankommen. Nirgendwo.
Done is better than perfect.

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